Blick hinter die Kulissen: Wie entsteht eine Life Kinetik Stunde?

Blick hinter die Kulissen: Wie entsteht eine Life Kinetik Stunde?

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Jeder Trainer hat seine eigenen Methoden und Arbeitsweisen, um eine zauberhafte Stunde zu kreieren. Daher dürft ihr nun einen Blick über meine Schulter werfen.

Ich fühle mich oft wie ein Koch, der neue Gerichte kreiert.

Am Anfang steht die Inspiration

Oh wow! Das würde in Kombination fantastisch schmecken!

Die Ideen kommen manchmal in den ungewöhnlichsten Momenten.

Horst Lutz (Life Kinetik Erfinder und mein Ausbilder) hat zum Beispiel die Idee für die Schnurball Übung für Senioren im Urlaub gehabt. Er war mit seiner Frau beim Essen und am Nebentisch saß eine Frau mit sehr vielen Ringen an den Fingern, es hat *klick* gemacht und so nahm die Entwicklung dann ihren Lauf.

Mehr Einflüsse von mir gefällig? 😉

  • Meine Anatomie- & Physiologiestunden haben für mehr Bewegungsvielfalt gesorgt. Wenn es gerade passt, erkläre ich auch ab und wann nebenbei etwas über Aufbau und Funktion des Körpers.
  • Im Traum habe ich eine Seilübung entwickelt, die ich euch auf YouTube gerne zeigen kann.
  • Ein rollender Kreisel vom Weihnachtsmarkt hat mehr Dynamik in die Einzeltrainings gebracht und trainiert nebenbei super den Sehbereich.
  • Durch das Buch „Das Lavendelzimmer“ habe ich Gerüche eingebaut. Bei dem Kommando „verbrannt“ wird Parallelball mit nach oben geöffneten Händen gemacht, bei „süß“ sind sie nach unten geöffnet. Die Anweisungen sind dann: frische Zuckerwatte, Pizza zu lange im Ofen, …
  • Weil sich mein Leben um Musik dreht, durften auch schon einige Musikinstrumente vorbeischauen.
  • Und die Teilnehmer liefern mir auch stets neue Varianten, wenn sie die Übungen „falsch“ machen.

Damit ist die Hauptarbeit eigentlich auch schon getan.

Manche Trainer werden hier nun mit lautem Aufschrei unterbrechen, weil das Konzipieren der Stunde doch länger dauert, als mal kurz nach den Bundespräsidenten zu googeln. Das stimmt sogar. Man kann auch zur Vorbereitung einfach Wikipedia Artikel kopieren. Den Dr. Titel wird man für seine Recherche aber nicht bekommen.

Mir ist es wichtig besondere Stunden zu erstellen, die keinesfalls einseitig sind, um wirklich das Optimum für meine Kunden herauszuholen. Was macht dein Hirn wenn es ständig das gleiche macht, oder sich langweilt? Es schaltet ab, du wirst unkonzentriert und müde.

Genau das wollen wir aber nicht! Wir brauchen die vielfältige Herausforderung! Um diese bieten zu können, muss der Trainer stetig seinen Horizont erweitern, ständig wach, sowie offen für Neues sein. Sonst gibt es immer nur Spaghetti mit Tomatensoße und dafür braucht man nicht in ein drei Sterne Restaurant gehen. Die kann meine Mama auch hervorragend.

Ausarbeiten

Zutaten einkaufen & kochen. Welches Gewürz fehlt noch?

Da ist meine Kreativität gefragt. Wie mache ich nun aus der Idee eine Übung? Wie kann ich variieren, falls jemand nicht springen kann? Welche Steigerungsformen gibt es? Wie baue ich die kognitive Aufgabe ein? Was macht die Übung besonders? Erfüllt sie die Kriterien von Life Kinetik und der Einheit? Welches Material brauche ich? Ist sie eher was fürs Einzeltraining oder auch in einer großen Gruppe möglich?

Ausprobieren

Schmeckt es?

Macht die Übung Spaß? Ist sie wirkungsvoll? Passen Übung und die Aufgabe fürs Gehirn zusammen, oder muss ich noch etwas ändern? Hier werden auch einige Übungen aussortiert, denn nur die Besten schaffen es in die Stunde.

Der geheimnisvolle Ordner

Was ist nun, wenn das Essen nicht schmeckt, oder mir gar nichts einfällt? Dafür gibt es zum Glück eine Rezeptesammlung zum cheaten, den Ordner, den jeder Life Kinetik Trainer hat. Angefüllt mit einem Schatz an Übungen, Wissenswertem und wichtigen Hinweisen zum Unterricht, werde ich so nicht im Regen stehen gelassen.

Mein Trainerhelfer ist bereits am platzen, da darin auch die Unterlagen meiner Fortbildungen (Kinder und Seniorentraining, Bocobrain, erweiterte Trainingsinhalte und nicht zu vergessen: die PRO Trainer Zusatzqualifikation) sind und damit nochmal mehr Übungen, Inspirationen und Varianten.

Zusammenstellen

Wir nähern uns der fertigen Stunde. Nun stelle ich mir ein paar Fragen.

  1. Was ist das Stundenthema? Bewegungswechsel, Bewegungskette, Bewegungsfluss, Augenfolgebewegung, Sehbereich oder Augenfokussierung?
  2. Füge ich noch einen Ergänzungskomplex wie Drehbewegungen, Querbewegungen, Augenendstellungen oder Zielfixierung hinzu?
  3. Welche Übungen nehme ich und welche kognitiven Aufgaben passen dazu? Dabei achte ich darauf, dass Arbeitsgedächtnis, Auffassungsgabe und Wissenszugriff trainiert werden.
  4. Welche Gehirnwärmer Übungen passen zu den Bereichen, die wir in der Stunde trainieren?
  5. Welche Spiele wähle ich zur Auflockerung?
  6. Passt die Stunde zur Gruppe? Werden Stärken und Schwächen der Teilnehmer gut gefördert?
  7. Geht das in dem Raum, brauche ich noch zusätzliches Material?
  8. Macht das Spaß?

So sitze ich dann mit den Klebezetteln, auf denen Ideen stehen, schon fertigen selbst konstruierten Übungen, dem Ordner, einem Laptop und Schmierzetteln am Schreibtisch, schwinge 2x meinen Kochlöffel und die Suppe ist fertig.

Guten Appetit! … oder so ähnlich 😉

Bist du neugierig wie das Ergebnis nun geworden ist? Wie die Suppe schmeckt?
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