Was ist denn Augentraining?

Das habe ich mich auch gefragt, als ich bei einer Collagenarbeit im Kunstunterricht auf die Werbung für eine Augentrainingsapp gestoßen bin und habe sie natürlich gleich ausprobiert. Das Konzept fand ich sofort interessant.

Jahrelang trainierte ich schon meinen Körper, aber auf die Idee, dass ich die Muskeln, die für meine Augenbewegungen sorgen, auch trainieren sollte, bin ich nicht gekommen. Wenn man mal überlegt, wie wichtig unsere Augen für uns sind (85% der Sinneswahrnehmung durch die Augen), lohnt es sich schon, sie zu verbessern.

Leider kam ich mit der App nicht weiter, da die Übungen nicht wirklich gewirkt haben. Deshalb war ich erstaunt, als ich das funktionaloptometrische Training kennengelernt habe.

Eh nichts für dich, oder?

Augentraining ist nicht für jeden geeignet.

  • Die Augen sollten gesund sein. Wenn das nicht der Fall ist, müsste vorher mit dem Augenarzt abgeklärt werden, ob das Training möglich ist. Bei einer Netzhautablösung sollten die Augen zum Beispiel nicht mehr so stark bewegt werden.
  • Du musst bereit sein 12 Wochen lang insgesamt 15 Minuten täglich zu trainieren. Wo du das machst, ist natürlich dir überlassen (in der Schlange am Supermarkt, im Stau, auf der Couch in der Werbepause).

Was bringt das Training?

Die Augenmuskulatur wird harmonisiert, sodass die Abweichungen der Bilder, die von jedem Auge im hinteren Teil des Gehirns ankommen, möglichst gering sind.
Dann kann das Gehirn die beiden Bilder schnell vereinen (fusionieren) und dabei die gesamte Datenmenge verarbeiten.
Wenn das nicht klappt, schränkt das Gehirn vor allem in Stresssituationen die Datenmenge ein:

  • es kommt zum Tunnelblick
  • oder das Gehirn schaltet ein Auge ab, dadurch funktioniert das Tiefensehen nicht mehr, welches man zum Einschätzen von Entfernungen und Geschwindigkeiten braucht
Neben der Zusammenarbeit beider Augen wird auch noch die Augenbeweglichkeit trainiert, die nicht nur beim Lesen eine wichtige Rolle spielt.

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